Schick den Perfektionistenteufel in die Wüste!

In jeder Krippen-/ Kindergartengruppe oder Schulklasse gibt es DIE EINE.

Die eine perfekte Mutter, die wundervolle Kuchen für den Kindergeburtstag backt. Mindestens 3-stöckig oder wahlweise in Form eines Piratenschiffes oder von Mini-Maus.

Ich geb’s zu, beim ersten Kind war ich genauso und teilweise ertappe ich mich heute noch dabei, das nicht einfach Obst zum Kindergeburtstag in den Kindergarten oder die Schule mitgegeben wird, sondern ein Gurkenkrokodil oder Melonenhai geschnitzt wird. Dafür stehe ich dann früh natürlich eine Stunde eher auf.

Mal ehrlich, wer in aller Welt verlangt so etwas?

Nur unser eigener kleiner Perfektionistenteufel, der auf unserer Schulter sitzt und uns zuflüstert wie der Idealfall aussieht.

Genau dieser kleine Teufel flüstert dir in der Kaufhalle zu, dass es nicht zulässig ist einen Kuchen aus dem Frost aufzutauen.

Warum nicht?

Weil es eine Mutter gibt, die scheinbar perfekt ist, die dir zeigt wie es geht?

Ignorier diesen Perfektionistenteufel genauso wie die scheinbar perfekte Mutter.

Ich bin mir sicher, auch sie hat einen Bügelkorb, der auf sie seit 1 Woche wartet, einen überquellenden Wäschekorb, eine Fertigpizza im Frost oder einen Haufen Stapel Arbeit auf dem Schreibtisch.

Wahrscheinlich zerreißt sie sich innerlich genauso wie du, wenn noch etwas auf Arbeit zu erledigen ist und ihr Kind noch 30 Minuten länger in der Einrichtung warten muss.

Auch sie hat- genauso wie du- ihren eigenen kleinen Perfektionistenteufel, der sie vor sich hertreibt.

Dein kleiner Teufel sorgt dafür, dass du die Präsentation nicht nur fristgerecht ablieferst, sondern auch in einer 1a-Qualität. Er sorgt dafür, dass du das Quäntchen mehr auf Arbeit ablieferst als du müsstest.

Er sorgt dafür, dass dein Ehrgeiz nicht verglüht und du allen Zweiflern auf Arbeit beweisen willst, dass du auch mit Kind noch jederzeit erreichbar, kreativ und belastbar bist.

Aber es ist dein Perfektionistenteufel, der dir einredet jemand etwas beweisen zu müssen, der dir ein schlechtes Gewissen macht wegen der Mail, die erst morgen rausgeht und wegen dem vollen Bügelkorb.

Du kannst mit Kind Karriere machen, du selbst sein, zufrieden und glücklich sein.

Aber du kannst einfach nicht auf Arbeit 100% und zu Hause 100% abliefern. Es geht schon mathematisch betrachtet nicht. (siehe auch mein Blog „Vereinbarkeit gibt es nicht- Es lebe die Vereinbarkeit“)

Wie treibst du nun den Perfektionistenteufel aus, bist trotzdem „die Größte“ auf Arbeit und eine entspannte Mutter?

Da gibt es im Wesentlichen 3 Schritte:

Schritt 1: Setze Prioritäten!

Nur mit Prioritäten wird es dir gelingen Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Nimm dir eine halbe Stunde jede Woche und plane die nächste Woche im Voraus.

Ich mache das immer Mittwoch. Hier ist die Hälfte der Arbeitswoche bereits um und ich kann den Rest mit ziemlich großer Sicherheit voraussagen.

Ich plane aber nicht nur meine Prioritäten auf Arbeit, sondern parallel dazu auch meine Privaten. Und aus dem gebackenen Piratenboot werden dann eben doch schnell mal Windbeutel aus dem Frost. (Im Ernst, Kinder wollen nicht Kuchen essen zum Geburtstag, sondern spielen!)

Schritt 2: Wende das Pareto- Prinzip an!

Das heißt 80 % deiner Aufgaben erreichst du mit 20% deiner Zeit. Im Umkehrschluss bedeutet das, für eine 100%ige Aufgabenerfüllung müsstest du die restlichen 80% deiner verfügbaren Zeit und Kraft investieren.

Wenn du das berücksichtigst brauchst du nicht mehr 200%- 300% deiner Zeit/ Kraft, sondern kommst tatsächlich mit der realen 100% verfügbaren Zeit/ Kraft aus.

Sieh dir also deine Prioritäten aus Schritt 1 an und sortiere, wo du das Pareto- Prinzip anwenden kannst und wo du tatsächlich 100% Perfektion brauchst.

Schritt 3: Gönn dir Zeit für dich selbst

Nimm dir regelmäßig eine Auszeit, die muss nicht lang sein. Nur ein bisschen Zeit um dich und dein Leben reflektieren zu können.

Am besten kann ich meine Gedanken sortieren, wenn ich spazieren bin oder entspannt auf der Terrasse sitze. Finde deine Rückzugsmöglichkeit, auch wenn es nur eine halbe Stunde pro Woche ist. Aber die solltest du dir gönnen, um ein Fazit ziehen zu können.

Wo stehst du gerade und wo willst du hin? Ist der eingeschlagene Weg so, dass du deine Ziele erreichen kannst oder musst du ihn korrigieren?

Wenn du diese 3 Schritte berücksichtigst, dann kannst du deinen Perfektionistenteufel in die Wüste schicken und anfangen den Spagat zwischen Familie und Beruf entspannter zu meistern und dabei deine Traumkarriere zu verwirklichen.

Liebe Grüße

Deine „treib-deinen-Perfektionistenteufel-aus“

Julia

 

Erfolg aus weiblicher Sicht

Willst du Erfolg haben?

Ja klar! Wer will das nicht?! Nach einem meiner letzten Posts auf Facebook kam die Frage auf: „Was ist eigentlich Erfolg?“

Ganz einfach: Erfolg ist subjektiv!

Auf den ersten Blick eine scheinbar unbefriedigende Antwort. Aber ganz ehrlich, eine andere kann ich darauf nicht geben.

An manchen Tagen heißt das für mich, eine Angebotsannahme durch einen Kunden, an anderen Tagen ist es bereits die Möglichkeit mit einem Kunden überhaupt ins Gespräch zu kommen und ganz Mama (die ich nun mal gern bin) fiebere ich auch schon dem Erfolg entgegen, wenn die Jüngste keine Windel mehr braucht.

Ich kann die Definition des Begriffes nicht auf die berufliche Ebene beschränken. Erfolg findet man auf so vielen Verschiedenen. Ich denke man würde sich viele tolle Erfahrungen verbauen, sollte man sich nur auf den Job konzentrieren.

ABER: Für mich ist Erfolg eben nicht nur eine geputzte Wohnung, ein zufriedener Ehemann und wohlerzogene Kinder.

Ich brauche auch den Kick, der ausgelöst wird,

  • wenn man Kunden geholfen hat, ihre Strategie neu auszurichten,
  • wenn Führungskräfte wieder wissen, warum es Spaß macht mit Mitarbeitern zu arbeiten
  • und wenn Frauen/ Mamas ihre Traumkarriere gefunden haben

Dafür lebe ich auch!

Du siehst, es ist nicht ganz einfach den Begriff Erfolg zu definieren.

Aber vielleicht ist es auch gar nicht nötig den Begriff zu definieren. Vielleicht ist es viel besser zu schauen, mit welchem Ergebnis man in welcher Situation zufrieden ist.

Denn darauf scheint Erfolg immer hinaus zu laufen… auf ein Ergebnis. Im Idealfall das Gewünschte 😉 Aber mir ist es durchaus schon passiert, dass das Ergebnis ganz anders aussah als geplant und ich es trotzdem als Erfolg verbuchen konnte.

Letztendlich geht es für mich also darum, ein Ergebnis zu erreichen, mit dem ich zufrieden bin und auf das ich stolz sein kann.

Egal ob es der Töpfchengang meiner Jüngsten, der Kundenauftrag oder ein gelungenes Abendessen ist. Erfolg ist genauso vielschichtig wie das Leben selbst.

Deine

Julia

P.S.: Was ist eigentlich Erfolg für dich?

Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt es nicht!

Wie oft lese ich über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, was Staat und Unternehmen nicht alles tun, um vor allem Frauen- denn seien wir ehrlich, um die geht es vordergründig- die Vereinbarkeit von Familiengründung und Karriere zu ermöglichen.

Vereinbarkeit gibt es nicht!

Es ist schier unmöglich beides unter einen Hut zu bringen. Es wird dir nicht gelingen beides zu haben. Du kannst keine Vorzeigekarriere starten und gleichzeitig mindestens zwei Kinder haben, mit denen du den Nachmittag verbringst (also Hausaufgaben machen und spielen), anschließend „das bisschen Haushalt“ quasi von alleine erledigst und selbstverständlich Abends gut gelaunt den Tisch decken und auf deinen Holden warten, um ihm zu erzählen, wie entspannt alles ist und welche Fortschritte du heute wieder auf Arbeit gemacht haben.

Es geht einfach nicht! Gesteh es dir zu! Gesteh dir aber bitte auch zu, dass du beides haben willst.

Vielleicht ist es dann nicht DIE Vorzeigekarriere, vielleicht ist es „nur“ die Position einer Sachbearbeiterin oder Abteilungsleiterin und nicht die Position als Vorstandsmitglied.

Vielleicht laufen deine Kinder auch tatsächlich zwei Tage hintereinander mit dem gleichen T-Shirt herum (ich rede nicht davon, dass die Kinder schmutzig sein sollen und stinken 😉 ).

Vielleicht hast du ja auch schon wieder einen Zettel im Fach des Kindergartens liegen, auf dem steht, dass dein Kind immer noch keinen neuen Schlafanzug mit hat…

Was soll‘s! Gesteh dir zu un- perfekt zu sein! Konzentrier dich auf das was dir wichtig ist!

Es lebe die Vereinbarkeit!

Du willst das neue Projekt erfolgreich an den Start bringen? TU ES!

Was daraus folgt? Nun, wahrscheinlich wirst du in den nächsten Wochen weniger Zeit für deine Kinder haben. Glaub mir, die werden das besser verkraften als du denkst. Rede mit deinen Kids darüber (so sie schon verständig genug sind) und erkläre ihnen, wie viel Spaß dir die Arbeit macht und das du demnächst etwas weniger Zeit zur Verfügung hast. Bring dein Projekt erfolgreich an den Start und dann…

Dann sind wieder die Kids dran und das nächste Großprojekt auf Arbeit muss halt wieder etwas warten.

Definiere was für dich wichtig ist, was du willst und was du brauchst. Setze dir deine eigenen Prioritäten und lass dir weder von der Politik, deinem Unternehmen, noch der Gesellschaft vorschreiben, wie das Optimum auszusehen hat. DAS kannst nämlich nur du alleine bestimmen!

Es würde mich wirklich interessieren, wie dein Optimum aussieht! Schreib es mir einfach in die Kommentare.

Deine „du-schaffst-das!“

Julia Bock

P.S. Du willst wissen, wie die ersten Schritte Richtung Karriere mit Kind aussehen?  Hier geht’s weiter.