Unwort des Jahres 2015- Fachkräftemangel

Fachkräftemangel… Wenn du wüsstest, wie furchtbar ich dieses Wort finde und vor allem, wie falsch es ist!

Ich kenne die leidigen Diskussionen, wie wenig Ärzte und Pflegepersonal es gibt… und überhaupt Handwerker!

Ich kann es nicht mehr hören! In Deutschland gibt es nach wie vor MEHR Bewerber um Ausbildungsplätze als es freie Ausbildungsstellen gibt.

Jetzt die 1-Millionen-Euro-Frage: WARUM klagen Unternehmen dann immer noch über zu wenig Bewerbungen und den angeblichen Fachkräftemangel?

Punkt 1: Die falsche Stellenausschreibung

Noch immer finden sich Stellenausschreibungen, die unter der Gürtellinie sind. Entweder diskriminierend (wieviele Jahre haben wir jetzt schon das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz??), unvollständig, überladen oder mit total unrealistischen Anforderungen.

Wer mal richtig lachen möchte, sucht mal nach der „Goldenen Ananas“ für Stellenausschreibungen.

Punkt 2: Die falschen Vorstellungen

Vorbei sind die Zeiten, wo du Mitarbeiter finden wirst, die alles können. Gab es die eigentlich überhaupt?

Dein Mitarbeiter muss nicht alles können, dein angehender Azubi muss nicht alles können und du musst nicht alles können!

Was man/frau können MUSS: sich auf veränderte Anforderungen einstellen. Sprich- lernfähig und lernwillig sein.

Punkt 3: Du wirst als Arbeitgeber nicht wahrgenommen

Jeder Schüler denkt beim Stichwort Bewerbung an die ganz Großen- Porsche, Audi, BMW ( vor allem die Jungs 😉 ) oder Aldi, Universitätskliniken, Telekom, Tui etc.

Klingt nach Klischee?

Mag sein, ABER: Die ganz Großen müssen sich um Azubis nur bedingt bemühen, weil man sie kennt. Aus dem Supermarktregal, vom Straßenbild oder aus dem Fernsehen.

Die klein- und mittelständischen Unternehmen dagegen, den Motor unserer Wirtschaft, kennen die Wenigsten.

Nicht weiter verwunderlich, den die Unternehmen sind meistens mit dem B2B- Geschäft beschäftigt und vergessen darüber, wie wichtig die Wahrnehmung als regionales Unternehmen ist.

Fazit: Egal wie groß dein Unternehmen ist, ausreichend Bewerbungen bekommst du immer dann, wenn du die oben genannten 3 Punkte berücksichtigst.

Überprüf doch mal dein Unternehmen und sag mir, wie es bei dir ausschaut.

Deine „es-gibt-ausreichend-Bewerber“

Julia

P.S.: Aus Bewerbersicht ist die Situation natürlich herrlich! Du kannst (fast) alles erreichen, du musst nur wissen wie 😉

Erfolg aus weiblicher Sicht

Willst du Erfolg haben?

Ja klar! Wer will das nicht?! Nach einem meiner letzten Posts auf Facebook kam die Frage auf: „Was ist eigentlich Erfolg?“

Ganz einfach: Erfolg ist subjektiv!

Auf den ersten Blick eine scheinbar unbefriedigende Antwort. Aber ganz ehrlich, eine andere kann ich darauf nicht geben.

An manchen Tagen heißt das für mich, eine Angebotsannahme durch einen Kunden, an anderen Tagen ist es bereits die Möglichkeit mit einem Kunden überhaupt ins Gespräch zu kommen und ganz Mama (die ich nun mal gern bin) fiebere ich auch schon dem Erfolg entgegen, wenn die Jüngste keine Windel mehr braucht.

Ich kann die Definition des Begriffes nicht auf die berufliche Ebene beschränken. Erfolg findet man auf so vielen Verschiedenen. Ich denke man würde sich viele tolle Erfahrungen verbauen, sollte man sich nur auf den Job konzentrieren.

ABER: Für mich ist Erfolg eben nicht nur eine geputzte Wohnung, ein zufriedener Ehemann und wohlerzogene Kinder.

Ich brauche auch den Kick, der ausgelöst wird,

  • wenn man Kunden geholfen hat, ihre Strategie neu auszurichten,
  • wenn Führungskräfte wieder wissen, warum es Spaß macht mit Mitarbeitern zu arbeiten
  • und wenn Frauen/ Mamas ihre Traumkarriere gefunden haben

Dafür lebe ich auch!

Du siehst, es ist nicht ganz einfach den Begriff Erfolg zu definieren.

Aber vielleicht ist es auch gar nicht nötig den Begriff zu definieren. Vielleicht ist es viel besser zu schauen, mit welchem Ergebnis man in welcher Situation zufrieden ist.

Denn darauf scheint Erfolg immer hinaus zu laufen… auf ein Ergebnis. Im Idealfall das Gewünschte 😉 Aber mir ist es durchaus schon passiert, dass das Ergebnis ganz anders aussah als geplant und ich es trotzdem als Erfolg verbuchen konnte.

Letztendlich geht es für mich also darum, ein Ergebnis zu erreichen, mit dem ich zufrieden bin und auf das ich stolz sein kann.

Egal ob es der Töpfchengang meiner Jüngsten, der Kundenauftrag oder ein gelungenes Abendessen ist. Erfolg ist genauso vielschichtig wie das Leben selbst.

Deine

Julia

P.S.: Was ist eigentlich Erfolg für dich?

Frau, Mutter & Führungskraft- oder: Was ich als Mutter über Führung lernte

Mein Tag als Mutter und Führungskraft startet häufig etwas chaotisch. Nicht das das an mir liegen würde. Vielmehr verfügt mein Leben über mehrere kleine- durchaus liebenswerte- Störfaktoren. Andere sagen auch Kinder dazu.

Die Kleinste- jetzt etwa eineinhalb Jahre- hielt sich beispielsweise nicht an den von mir entworfenen Plan für ihr erstes Lebensjahr. Darin war enthalten: nach 6 Monaten stillen, Umgewöhnung zur Beikost, ab dem 9. Monat ausschließlich Beikost und Ende der Stillzeit.

Soweit der Plan. 😉

Die Realität holte mich schneller ein als geplant. Das Kind bestand auf das Stillen. Soll heißen, anstatt früh meine Unterlagen für den Tag zu sortieren, saßen wir 10 Minuten- wahlweise auch bis zu 30 Minuten und „taten nichts“… Zumindest nichts, was man gemeinhin als produktiv bezeichnen würde.

Anstatt nun aber jeden Morgen mit meinem Schicksal zu hadern oder gar mit dem Kopf durch die Wand zu entscheiden, dass sie jetzt genug gestillt wurde, sehe ich die Zeit mit meinem Kind als „Quality Time“.

Was das mit Führung zu tun hat?

Garantiert hast du einen Mitarbeiter, bei dem es dir ähnlich geht…

Nicht das du ihn stillen würdest. Aber du hast einen Plan für und vielleicht sogar mit ihm entworfen. Etwas an dem er arbeiten soll… Und trotzdem, er hält sich nicht daran, macht alles anders und muss sich rückversichern.

Was du nun machen kannst ist ähnlich strukturiert, wie mein obiges Problem. Du kannst  wütend vor dich hinbrummelnd ihm die Aufgabe abnehmen und jemanden anderen geben, beim nächsten Nachfragen ihn wieder hinausschicken und seinen eigenen Weg finden lassen.

Nichts davon würde ich als optimale Führung bezeichnen.

Besser du hinterfragst seine Fragen.

Nutz die Zeit als „Quality Time“. Es gibt einen Grund, warum er die Rückversicherungen braucht. Hinterfrage seine Unsicherheit, wo benötigt er welche Unterstützung und warum, wo liegt seine Motivation… Und schneller als du merkst, wird aus deinem verunsicherten Mitarbeiter ein MITarbeiter. Wahrscheinlich schneller als aus meinem Säugling ein Teenager wird…

Hast du ähnliche Erfahrungen mit Mitarbeitern oder Säuglingen gemacht? 😉 Ich bin gespannt!

Einen schönen Start ins Wochenende!

Julia Bock